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#1 (permalink) | ||
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Neuer Benutzer
Beiträge: 3
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Dirk, danke für ihr Lob. Damit brachten sie mich auf eine neue Idee: Wir, die älteren Technikmenschen, erlebten einen langen Werdegang der Technik und haben auch bei Vielem mitgewirkt. Meine Generation musste, nach dem Krieg, fast bei Null anfangen. Ich erinnere mich noch, wie unsere Lehrer, und besonders später unser Lehrherr, uns ermunterte, alles was uns über Technik und -Handhabung unterkommt, zu sammeln. So nahmen wir aus zerbombten Fabriken, in denen wir spielten, unter Schutt liegende Zeichnungen und sonstige technische Unterlagen mit und zeigten diese unserem Lehrherrn. Der gab sie für kleine Anerkennungsbeiträge an die Handwerkskammer und an Firmen weiter. Besonders die Handwerkskammer achtete darauf, dass in erster Linie ursprüngliche Besitzer der Unterlagen diese wieder bekamen; so die Besitzer noch zu finden waren, Auf diese Art wurde viel Technikwissen gerettet, das ansonsten in Schutt-Zerkleinerungsanlagen gelandet wäre. Zurückblickend war es für mich eine spannende Zeit. Aber Technik, gleich welcher Art ist nun mal spannend. Ich will hier aber keine Romane schreiben, sondern einzelne Themen aufgreifen. Hier zwei Telefon-Erlebnisse. 1. Ich glaube es war 1951. Bein Stromern im Wald fand ich ein Feldtelefon. Das Instrument sah sehr Untersuchungsbedürftig aus, besonders die Kurbel. Drehen funktionierte, aber mit Ton war nichts. Also mitnehmen. Als die Mutter das Gerät sah, bekam sie Angst; das war nach dem Krieg so. Ich sollte es wieder zurückbringen. Stattdessen ging ich mit meinem Freund und dem Gerät schnurstracks zur Amerikanischen Kaserne, weil da ein Bekannter als Wachposten arbeitete. Der war zwar nicht zu finden, aber ein Ami, so nannten wir die amerikanischen Soldaten, wollte sich das Gerät ansehen. Als er den Kasten aufklappte, wollte er mir und meinem Freund einen Kaugummi- und uns einen Dollar geben. Das wäre sehr viel gewesen, besonders der amerikanische Kaugummi. Als ich zögerte, wollte er noch einen Dollar dazu legen, obwohl mir noch ein Kaugummi lieber gewesen wäre. Doch mein Freund zog mich weg. Er sagte mir, dass der Amerikaner beim nächsten Mal noch mehr dafür gibt. Wir wollten den folgenden Tag wieder zur Kaserne gehen. Nachdem auch mein Freund Angst hatte das Gerät mit nach Hause zu nehmen, versteckten wir es im Wald. Ich traute mich nicht das meiner Mutter zu sagen. Mein Freund fragte seine Mutter. Die sagte ihm, wir sollten mindestens 10 Dollar dafür nehmen. Am nächsten Tag gingen wir wieder zur Kaserne. Am Tor waren der Ami vom Vortag und noch zwei andere. Die wollten in der Hauptsache zum Fundort des Telefons und wir würden auch was dafür bekommen. Die Angst war wieder groß, weil die Amerikaner damals alles bestimmen durften. Doch die beruhigten uns und nahmen uns in ihre Kantine mit. So gutes Essen hatten wir noch nie. Dann fuhren sie mit uns in den Wald und gruben dort mit Spaten im Boden umher. Sie fanden ein Lager mit Waffen und Munition. Wir hatten große Angst, weil die Mutter meines Freundes und meine Mutter in die Kaserne kommen mussten. Dort mussten sie versprechen, keinem davon zu erzählen; auch wir mussten das versprechen. Dann bekamen die Mütter Geld und Zigaretten. Obwohl die nicht rauchten, waren Zigaretten etwas ganz wertvolles für den Markt; und besonders amerikanische Zigaretten. Meinem Freund und mir zeigten die Soldaten die Funktionen des Telefons und wir durften auch telefonieren. Wir bekamen jeweils ein großes Päckchen amerikanischen Kaugummi; damit waren wir in der Schule die Größten, weil wir auch teilten; teilen war damals selbstverständlich. Dieses Erlebnis war für den späteren Werdegang sehr maßgebend und entscheidend. Über das wissen der Bauteile-Funktionen des Feldtelefons war ich so stolz, dass ich ab da immer wissen wollte wie etwas funktioniert. Ich glaube, damit fiel ich so manchem Spezialisten auf den Wecker. Die Amerikaner waren es auch, die ich später erfolgreich um eine Diode bat. Als ich damit meinen ersten Detektorempfänger gebaut habe, zeigte ich den dem Funker der Soldaten. Der freute sich sehr und schenkte mir elektronische Bauteile und Kupferdraht zum Spule-Wickeln. Ich war Happy und bastelte was das Zeug hält. Das Basteln machte mir so viel Freude, dass ich es nie als Beruf, sondern nur für mich machen wollte. Aber damals wollte wir ja sowieso alle Lokomotivführer werden. Zu der Zeit listete ich auch deutsche Begriffe auf. Leider sind diese Unterlagen verschwunden. Der Otto-Motor wurde danach benannt mit: Viertopf-Viertakt-Zerknalltreibling. Das war jetzt viel. Deshalb hebe ich mir die zweite Telefon-Geschichte für den nächsten Bericht auf. Dann wird auch verraten, mit welchen Tricks wir stundenlang kostenlos mit unseren Freundinnen telefonieren konnten. An den Webmaster: Ich bin mir nicht sicher, ob sie solche Berichte hier im Forum als angebracht ansehen. Für mich ist die Welt der Technik ein spannendes Abendteuer. Für Info wäre ich ihnen sehr dankbar. Gruß Rolf Ich empfehle, auch einmal in meiner Homapage Providerdrama zu blättern. Geändert von Rolf (23.02.2010 um 14:45 Uhr). |
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#3 (permalink) | ||
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Administrator
Beiträge: 1.692
Ort: Bad Wildbad
Handy: Palm Pré, SE X1, SE C702, E71 Dark Silver
Firmware: WebOS 1.4.1, R3AA007, 36, 45 |
Hallo Rolf,
vielen Dank für den Bericht. Gerne können oder gar sollten weitere folgen! Dann würden wir das in einen eigenen Thread auslagern. Ich würde mich, wie Mark, freuen. Grüße Marian |
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#4 (permalink) | ||
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***Blackberry***
Beiträge: 1.754
Ort: Münster
Alter: 31
Handy: Blackberry Curve 8900
Firmware: 5.0.0.681 |
Ich finde es auch interessant! Back 2 the Roots!!!!
Habe es mal ausgelagert und hoffe auf interessante Geschichten! Geändert von Dirk Mönnigmann (22.02.2010 um 19:52 Uhr). |
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